WiN [ZURÜCK][WEITER]
Wissenschaftsnetz. Das Deutsche Wissenschaftsnetz ist ein zentraler Bestandteil des Deutschen Forschungsnetzes (DFN), des Computer-Netzes für wissenschaftliche Einrichtungen in der Bundesrepublik
Deutschland. An das WIN angeschlossene Teilnehmer können über dieses Netz nicht nur Daten miteinander austauschen, sondern auch verteilte EDV-Ressourcen (distributed computing) nutzen. Außerdem bietet das WIN die Möglichkeit zu Videokonferenzen (siehe VAN), zum Versand von Audio-Daten und zur Telekooperation. In der "Virtuellen Universität" können externe Studenten in Echtzeit an Lehrveranstaltungen teilnehmen (TeleTeaching / TeleLearning). Die Sprachübertragung - Internet-Telefonie - wird erprobt.

Betrieben wird das WIN seit Juni 1990 im Auftrag des 1984 gegründeten Vereins zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes e.V. von der Deutschen Telekom AG (DTAG).

Teil des WIN ist das Breitband-Wissenschaftsnetz B-WiN, ein bundesweites Netz mit Daten-Durchsatzraten (Bandbreite) von bis zu 155 Mbit/s (siehe bps). Das Netz wurde zunächst auf Grundlage der X.25-Technik betrieben und wird mittlerweile als virtuelles privates Netz (VPN) im Asynchronous Transfer Mode (ATM) auf dem ATM-Cross-Connect-Netz der Deutschen Telekom AG betrieben.

Zwischen dem WIN und anderen Netzen bestehen Übergänge (Gateways): Eine 90 Mbit/s-Anbindung an das US-Internet, Übergänge mit 45 Mbit/s in die europäischen Netze sowie Zugänge z.B. in das russische Netz oder in das Wissenschaftsnetz der VR China.

Das WIN experimentiert auch mit der Hochgeschwindigkeitsdatenübertragung: Am 13.08. 1998 wurde das "Gigabit-Testbed Süd" eröffnet, eine neue Hochgeschwindigkeits-Datenleitung zwischen dem Leibniz-Rechenzentrum München und dem Regionalen Rechenzentrum Erlangen. Es ist bis zu 48 Mal leistungsfähiger als die bisherigen Bahnen des Breitband-Wissenschaftsnetzes (B-WIN).

Auf der Teststrecke zwischen dem Forschungszentrum Jülich und dem GMD-Forschungszentrum für Informationstechnik in Sankt Augustin-Birlinghoven, die Teil des Projektes "Gigabit Testbed West" ist, wurde erstmals eine Datenübertragungsrate von annähernd 2,4 Gigabit pro Sekunde erreicht.

Anfang Juli 1998 wurden auf der ersten mit Wavelength Division Multiplex-Technologie (WDMA) ausgestatteten Strecke München - Erlangen im Probebetrieb erstmals Datenübertragungsraten von 2,34 Gigabit pro Sekunde über das ATM-Netz der Deutschen Telekom erzielt.

Bereits 1990 wurden in den USA von der "Gigabit Testbed Initiative" mit Förderung der National Science Foundation (NSF) fünf Gigabit-Testbeds (Aurora, Blanca, Casa, Nectar und Vistanet) eröffnet.

 
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