Intelligente Netze [ZURÜCK][WEITER]
Der Begriff des "Intelligente Netzes" bezeichnet eine Netzarchitektur, die auf dem Grundgedanken der Trennung der Vermittlungssteuerung vom technischen Vermittlungsvorgang beruht bzw. bei der die Bereitstellung eines TK-Dienstes entkoppelt vom physikalischen Vermittlungsnetz gesteuert wird.

Bei einem Wahlvorgang zur Anforderung eines TK-Dienstes wird in IN deshalb nicht mehr unmittelbar eine Verbindung über die verschiedenen Vermittlungsstellen des TK-Netzes (zu einem fest vorgegebenen Anschluß) geschaltet, sondern zunächst geprüft, ob es sich bei der gewählten Rufnummer um einen "intelligenten" TK-Dienst handelt (z.B. "0800" für Freephone Dienst). Ist dies der Fall, wird die Vermittlungssteuerung von einer Einheit des IN übernommen und der Verbindung von dieser ein Zielanschluß zugewiesen. Bei IN sind dazu die Steuerungs- und Kontrollfunktionen für die Bereitstellung von Diensten nicht mehr fest an die Vermittlungsstellen eines TK-Netzes gebunden. Vielmehr werden sie in einem zentralen Rechnersystem zusammengefaßt für das gesamte Netz bereitgestellt. Die Dienstebereitstellung kann deshalb flexibler gesteuert werden und schneller erfolgen, da keine Umrüstung oder Anpassung der Gesamtheit aller Vermittlungsstellen eines TK-Netzes notwendig ist, wenn neue TK-Dienste eingeführt werden sollen. Zudem eröffnen IN speziell neuen Wettbewerbern die Möglichkeit, TK-Dienste unter Rückgriff auf eigene IN-Infrastrukturen anbieten zu können, ohne selbst Eigentümer eines vollständigen TK-Vermittlungs- und Übertragungsnetzes zu sein.

Beispiele für TK-Dienste, die mit Hilfe von IN (zukünftig) realisiert werden können, sind:

· Personenbezogene Rufnummern: Bei personenbezogenen Rufnummern ist eine Rufnummer nicht mehr einem physischen Teilnehmeranschluß, sondern einer einzelnen Person zugeordnet. Die Gespräche werden jeweils an den Anschluß weitergeleitet, über den ein Teilnehmer automatisch oder manuell (z.B. durch die Wahl eines bestimmten Codes) für einen Zugang zu TK-Netzen angemeldet wurde. Der Teilnehmer kann somit innerhalb eines gesamten TK-Netzes (an verschiedenen Anschlüssen) oder (zukünftig) auch in verschiedenen TK-Netzen über eine einzelne Rufnummer erreicht werden.

· Virtuelle Private Netze (VPN): VPN stellen mit Hilfe einer IN-Plattform Funktionen über das öffentliche TK-Netz bereit, die normalerweise von privaten TK-Netzen (® Corporate Networks) bzw. privaten Nebenstellenanlagen übernommen werden. Der Nutzer erhält damit Funktionalitäten eines eigenen Netzes (kundenspezifischer Rufnummernplan, besondere Netzfunktionen wie interne ® Anrufumleitung, ® Dreierkonferenz etc.), ohne allein die Kosten für die Installation und den Betrieb eines Netzwerks tragen zu müssen.

IN sind aus mehreren Systemkomponenten aufgebaut, die in verschiedenen Ebenen dieses "Netzes" unterschiedliche Funktionen übernehmen. Die grundlegenden Komponenten sind dabei:

· Service Switching Point (SSP): SSP sind mit speziellen Steuerungsfunktionen ausgestattete, digitale Vermittlungsstellen, die (intelligente) TK-Dienste erkennen sowie die Dienstevermittlungsfunktion im IN übernehmen.

· Service Control Point (SCP): Der SCP wird von einem Rechnersystem gebildet und übernimmt die Dienstesteuerungsfunktion, d.h. diese Systemkomponente steuert das Zusammenwirken der einzelnen SSP bzw. die Dienstevermittlung im IN.

· Service Management System (SMS): Durch das SMS wird die Software bereitgestellt, die zur Diensteverwaltung, d.h. zur Einrichtung, Modifikation und Steuerung der TK-Dienste sowie zur Kundenverwaltung, erforderlich sind. Mit dem SMS sind zusätzliche Einrichtungen verbunden, die eine Entwicklung, Veränderung und Kontrolle von intelligenten TK-Diensten durch Mitarbeiter des Netzbetreibers ermöglichen.

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