| Als D-Netze werden die beiden
deutschen, auf dem GSM (Global System for Mobile Communications) 900-Standard basierenden,
digitalen Mobilfunknetze bezeichnet, die von den Unternehmen T-Mobil ("D1-Netz",
Netzvorwahl "0171") und Mannesmann Mobilfunk ("D2-Netz", Netzvorwahl
"0172") seit 1992 betrieben werden. Der Buchstabe "D" ist zunächst in
Fortsetzung der bisherigen Namengebung für die deutschen Mobilfunknetze gewählt worden
(A-, B- und ® C-Netz), deutet aber auch darauf hin, daß diese Netze sowohl
bei der Vermittlungs- als auch bei der Übertragungstechnik voll digitalisiert sind. Die
im 900 MHz-Band operierenden D-Netze stellen neben der Sprachübertragung die Möglichkeit
der Datenübertragung mit bis zu 9.600 bit/s zur Verfügung. Mit der Einführung der D-Netze standen den Kunden erstmals preiswerte mobile Endgeräte zur Verfügung, die sich aufgrund ihrer kompakten Bauweise auch für einen Einsatz außerhalb von Fahrzeugen eigneten. Durch diese, auch als "Handys" bezeichneten mobilen Endgeräte, die beim GSM-Standard typischerweise eine Sendeleistung zwischen 0,8 und 5 Watt besitzen, wurde somit in der Mobiltelefonie der Wandel vom "Autotelefonnetz" zum mobilen Telefonieren im eigentlichen Sinne ermöglicht bzw. vollzogen. Neben den Vorteilen der mobilen Endgeräte, bietet das digitale D-Netz zusätzliche Leistungen, zu denen beispielsweise die Leistungsmerkmale ® Anklopfen, ® Makeln und ® Dreierkonferenzen gehören. Des weiteren können bis zu 160 Zeichen lange Kurznachrichten übertragen werden, die im Display des Empfängers als Informationstext erscheinen (Kurznachrichtendienst, Short Message System (SMS). Bei den zellular aufgebauten GSM 900-Netzen betragen die Versorgungsradien der einzelnen ® Funkzellen in Ballungszentren mit hoher TK-Verkehrsdichte ca. 300 m und in Gebieten mit geringerer Verkehrslast bis zu 35 km. Ortsveränderliche Verbindungen können bis zu Geschwindigkeiten von 250 km/h aufrechterhalten werden (® Handover). Die beiden D-Netze verfügten in Deutschland Ende 1997 über ca. 6,5 Mio. Anschlüsse (D1: ca. 3,2 Mio., D2: ca. 3,3 Mio.). Weltweit waren bis Ende Januar 1998 in 120 Ländern über 240 GSM-Netze installiert. |
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